Betrachtungen zu David H. Richards Lyrikband „Mosaiko“

Die Gedichte von David H. Richards sind minimalistische Flächenbrände in der Ursaat der Transzendenz, flexible Trapeze, die von der Seele rühren und an die Seele rühren. Der Lesegenuss, ein zarter Spaziergang, ohne Affinität zu dem Grotesken, das sich aus dem Überirdischen, von Erdenwarte aus betrachtet, zwangsläufig ergibt. Alles greift natürlich ineinander, verschränkt sich, verneigt sich, bleibt Rätsel und Offenbarung seiner Auflösung.

Vieles mutet dabei in den Texten aphoristisch an, eine aphoristische Poesie mit der man es dann zu tun hat, die naturgemäß eingängig ist. Von Himmel, Hölle, Nacht und Finsternis etwa ist die Rede. Alles wird der Bedrohlichkeit entzogen, wird vergöttert in gewisser Weise hier und da.  Nicht selten sind es Reime, die den Inhalten die Schwerkraft in origineller Weise entziehen: „Brennende Sonne, /trennender Blick/ Asche der Wonne/ ist mein Geschick.“  

Die Einfachheit in vielen der Gedichte hat ein besonderes Gespür, das anmutig zu nennen wäre und in Komplizenschaft steht mit dem Innehalten der Lesenden.

Diese Gedichte sind etwas zum Ausruhen, mit einer bestechenden Physiognomie, auf die sich lohnt, immer wieder einen zweiten Blick darauf zu verwenden, um den wunderbaren Anspruch zu entdecken, dem sich die Eingänglichkeit nur scheinbar verschließt. Es wird mit einem doppelten Boden gearbeitet und jener ist von exklusivem Charme. Nicht zuletzt deshalb ist „Mosaiko“ äußerst zu empfehlen.      

Mosaiko. Gedichte. David H. Richards, edition federleicht, 2020  

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