Allerheiligen

Der Herbst taucht den Friedhof in einen gelben Schimmer,

am Rande des Uferlosen.

Ein Kelch, der vorüberzieht inmitten der ahnenden Gräberpassanten.

In den Windungen der Hoffnung Regen,

an diesem ersten Tag im November, auf den der Nachtwind wartet

wie eine Amme im Rausch.

Das Dunkel verbirgt sich in den niedergegangenen Gebeinen.

Ich atme es ein. Ich atme es aus, an der Kreuzung zum Silber der Seelen.

Die Kälte sucht vergebens die Lichter der Kerzen zu löschen.

Kleines Licht, kleine Flamme, große Ode.

Eine Frau in Schwarz, die nach der Amsel sucht,

in der Höhle des Herrn.

Wir legen Kränze nieder, an der Macht des unbekannten Soldaten

und gehen in den Frieden, dem Turmbau zu Babel zum Trotz.

Die Ernte scheitert in diesem Jahr an dem welken Wissen der Sonnenblumen.

Einmal mehr Tod. Einmal mehr Herbst.

Einmal mehr Zugluft aus der Ewigkeit.

Kerstin Fischer

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