Am Meer

Über dem Meer ist ein silberner Schatten, der mich begleitet, wenn mich die Gischt zur Königin macht. Ich sammle Muscheln wie Feigen von Bäumen. Die Schultern meiner Gedanken legen sich auf die Wellen, um ihre Kräfte zu entsenden. Der tote Seestern am Strand … Ich halte eine Grabrede. Sie fließt in den Wind, der den Möwen die linnenen Linien zieht, als ein weißes Schiff den Horizont zerbricht, im Augenaufschlag des Meeres.

Ich fühle mit meinen nackten Füßen durch den Sand, fühle die gesunkenen Geschlechter. In eine vorüberschwimmende Flasche denke ich mir Gedichte, über die das Sonnenlicht seine weiten Flügel breitet. Hier und da leuchten die Wasserküsse der Fische, in das Morgenrot, das über die See mäandert. Das Künftige erscheint nun makellos. In den Dünen entdecke ich braune Körper, im Strandspiel. Ihre Rede naturbelassen. Ich wandere weiter. Welle um Welle, Zahn um Zahn, entlang der Endzeit, der Intrige des Weltgeschichte.

Kerstin Fischer

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