Das finstere Gepräge der Gedichte Georg Trakls, das die Morbidität am Zügel führt, immer führt es auch ein Rinnsal voller Gold, das die Vergänglichkeit umschmeichelt. Der Schatten des Todes wird daraufhin weiß bei Trakl. Und das Böse fügt sich ein, in die Launen der Natur. Verwesung ist systemimmanent und muss nicht infrage gestellt werden. Die Schönheit wird zur Ader gelassen in Trakls Gedichten, bis sie ins Metaphysische ufert, das blau schimmert wie ein tröstender Engel, der Hoffnung spendet, die allerdings zum Fragment gerät. Der Mensch bleibt verloren im Verwelken seiner Zeit, aus der ihn Gott schließlich hebt. Das ist der tiefste Sinn in Trakls Gedichten, meines Erachtens.
Kerstin Fischer
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