Der Gang zum Kaffeehaus

Ein Rabe fliegt über die Morgenstille des Friedhofs vis-à-vis meinem Haus, fliegt über den bläulichen Schimmer Tod, der das Fortkommen zimmert. Ich gehe über die dünne, harte Haut der Straße, vorbei an den Stellen, an denen der Schnee vergaß zu schmelzen. Die Lichter in den Fenstern treiben Wärme in die Gedanken, die sich an der kalten Mauer und ihrer Rigorosität verletzen.

Am Wegrand der mächtige Eichbaum, der in der Vergangenheit wurzelt.  Ich sehe in den milden See des mir entgegenkommenden Gesichts und grüße mit beredten Blicken. Ein Schwarm Vögel, der durch den Winterhimmel zieht. Ich treibe Äste vor mir her, vom Sturm ausgespuckt und gehe entlang der seidenen Berichte vertrauter Häuser. Dann kommen  Passanten, die Träume spinnen vom Werden und Wachsen. Andere Eingehüllte kratzen die Scheiben der hungernden Wagen frei. Ich erreiche die Stadt, in die Nebel blüht, an diesem Markttag. Fleischgeruch, der sich um den Stand des Metzgers webt und in Überlebenskanälen verschwindet. Der Gemüsemann ist burschikos, sucht mit groben Händen nach dem Glück der sandigen Kartoffeln.

Ich träume von Wiesen ohne Zeit, mit Lämmern aus Eis, während meine Schritte durch die parfümierte Menge der wenigen wachsen, entlang der Blumenkübel, die winters unter Planen stehen.

Am Fischstand senkt sich Octopusglanz in die Phantasie des Malers. Davor ein Hund, der die Stimme des Herrchens sichert, im Silberstaub der Geschäfte.

Als einziger Gast zu dieser frühen Stunde erreiche ich das Kaffeehaus. Ich nehme Platz und breite die Flügel meiner Blicke aus, in die Leere. Dann sehe ich durch das Fenster, hinab auf die Straße. Unter den grauen Seeblättern des Asphalts ferne Reisen, aus der Stadt heraus, aus der Zeit. In Zügen sitzen und neu beginnen …

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