Tag und Nacht

Der Garten spricht mit dem Mund des Herbstes.

In die Blätter fließt Bernstein.

Die Weide meiner Seele fällt in edles Dunkel.

Liebesschmerz, der König unter den Wunden,

verjüngt sich in Sehnen.

Nun der schattige Regen in Stürme gehüllt,

die mehr verlangen als geben und

in der schweren Erde Baudelaires „Blumen des Bösen“.

Das Licht des Herbstes wie Milchglas zerbricht nun die Dämmerung,

durch die ein roter Vogel fliegt. Ein süßes Versprechen

der Nachtseide der Erde. Sie ist kalt und schön

und verblutet wieder und wieder im Morgengrauen

des nächsten Tages.

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